Nationalsozialismus und Erinnerungskultur – was du wissen solltest

Von 1933 bis 1945 herrschten in Deutschland die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Sie errichteten eine Diktatur, entfesselten den Zweiten Weltkrieg und ermordeten im Holocaust rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden sowie viele weitere Menschen. Die Erinnerung an diese Verbrechen prägt das Grundgesetz, die Politik und den Alltag in Deutschland bis heute – und sie ist seit 2024 auch ausdrücklich Teil des Einbürgerungsbekenntnisses.

Der Weg in die Diktatur

Das „Dritte Reich“ war eine Diktatur. Kennzeichen des NS-Staates waren eine Politik des staatlichen Rassismus, Terror gegen Andersdenkende, Führerkult und die Verfolgung von Minderheiten.

Verfolgung und Holocaust

Neben den rund sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden wurden Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, politische Gegner, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene verfolgt und ermordet.

Der Zweite Weltkrieg

Nach dem Krieg wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt (USA, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion), Berlin in vier Sektoren. Wie es weiterging, liest du in DDR, Mauerfall und Wiedervereinigung.

Widerstand

Nicht alle machten mit. Bekannte Beispiele:

Lehren für das Grundgesetz

Viele Regeln des Grundgesetzes sind eine direkte Antwort auf die NS-Zeit:

Den Zusammenhang mit den Grundrechten erklärt Grundrechte in Deutschland.

Erinnerungskultur heute

Deutschland geht offen mit seiner Geschichte um. Das zeigt sich an vielen Stellen:

Verantwortung für jüdisches Leben und Israel

Aus den nationalsozialistischen Verbrechen ergibt sich Deutschlands besondere Verantwortung für Israel und für den Schutz jüdischen Lebens. Jüdisches Leben gibt es auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands seit etwa 1700 Jahren; die größten jüdischen Gemeinden sind heute in Berlin und München.

Rechtlich gilt:

Was das für die Einbürgerung bedeutet

Seit der Reform 2024 bekennst du dich bei der Einbürgerung nicht nur zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung, sondern auch zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft und ihre Folgen, insbesondere für den Schutz jüdischen Lebens (§ 10 Absatz 1 Nr. 1a StAG). Antisemitisch, rassistisch oder anderweitig menschenverachtend motivierte Handlungen sind mit einer Einbürgerung nicht vereinbar. Mehr dazu in Bekenntnis zur FDGO.

Diese Fragen kommen im Test häufig

Alle Geschichtsfragen kannst du auf unserer Fragenseite durchgehen.

Häufige Fragen

Warum ist der 9. November in Deutschland ein besonderes Datum?

Am 9. November fanden mehrere Schlüsselereignisse statt: 1918 die Ausrufung der Republik, 1938 die Pogromnacht und 1989 der Fall der Berliner Mauer. Wegen der Pogromnacht ist der Tag kein Feiertag.

Was ist der Unterschied zwischen 8. Mai und 27. Januar?

Der 8. Mai 1945 markiert das Kriegsende in Europa. Der 27. Januar ist der Tag der Befreiung von Auschwitz und seit 1996 in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Muss ich für die Einbürgerung viel über die NS-Zeit wissen?

Für den Test brauchst du die wichtigsten Daten, Begriffe und Personen. Außerdem bekennst du dich zur historischen Verantwortung Deutschlands. Tiefes Fachwissen wird nicht verlangt.

Ist es in Deutschland verboten, den Holocaust zu leugnen?

Ja. Holocaustleugnung ist als Volksverhetzung strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden.

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Informativer Artikel. Civio ist nicht mit staatlichen Stellen verbunden; prüfe die aktuellen Anforderungen immer beim BAMF (bamf.de) und deiner Einbürgerungsbehörde.