Feiertage in Deutschland – Überblick und Bedeutung
Aktualisiert: 30. Oktober 2026
In Deutschland gibt es neun gesetzliche Feiertage, die in allen Bundesländern gelten – darunter Neujahr, Ostern, der Tag der Arbeit, der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und Weihnachten. Alle weiteren Feiertage legen die Länder selbst fest. Deshalb hat man in Bayern deutlich mehr freie Tage als etwa in Hamburg. Die meisten Feiertage haben einen christlichen Ursprung.
Wer legt Feiertage fest?
Feiertagsrecht ist Ländersache. Jedes Bundesland hat ein eigenes Feiertagsgesetz. Der einzige Feiertag, den der Bund festgelegt hat, ist der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober (geregelt im Einigungsvertrag). Die anderen bundesweiten Feiertage sind deshalb einheitlich, weil alle Länder sie übernommen haben. An gesetzlichen Feiertagen haben die meisten Beschäftigten frei bei vollem Lohn, Geschäfte sind geschlossen.
Die bundesweiten Feiertage
- Neujahr (1. Januar)
- Karfreitag (Freitag vor Ostern) – Gedenken an die Kreuzigung Jesu; ein „stiller Feiertag“ mit Einschränkungen z. B. für Tanzveranstaltungen.
- Ostermontag – Auferstehung Jesu. Bräuche: Eier bemalen, Ostereier suchen, der Osterhase.
- Tag der Arbeit (1. Mai) – Feiertag der Arbeiterbewegung, oft mit Demonstrationen der Gewerkschaften.
- Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern, immer ein Donnerstag) – in Deutschland auch als „Vatertag“ bekannt.
- Pfingstmontag (50 Tage nach Ostern) – Pfingsten ist ein christlicher Feiertag, an dem die Aussendung des Heiligen Geistes gefeiert wird.
- Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) – Nationalfeiertag, erinnert an die Wiedervereinigung 1990.
- 1. Weihnachtstag (25. Dezember)
- 2. Weihnachtstag (26. Dezember)
Heiligabend (24. Dezember) und Silvester (31. Dezember) sind keine gesetzlichen Feiertage. Viele Geschäfte schließen aber mittags, und viele Beschäftigte haben frei.
Feiertage nur in einigen Bundesländern
- Heilige Drei Könige (6. Januar): Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt
- Internationaler Frauentag (8. März): Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
- Fronleichnam (Donnerstag, 60 Tage nach Ostern): Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie in Teilen von Sachsen und Thüringen
- Mariä Himmelfahrt (15. August): Saarland und Teile Bayerns (Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung)
- Weltkindertag (20. September): Thüringen
- Reformationstag (31. Oktober): Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
- Allerheiligen (1. November): Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland
- Buß- und Bettag (Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, im November): Sachsen
In Augsburg ist außerdem das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August gesetzlicher Feiertag – eine Besonderheit, die nur für eine Stadt gilt.
Faustregel: Katholisch geprägte Länder im Süden und Westen haben mehr Feiertage, protestantisch geprägte Länder im Norden und Osten feiern den Reformationstag. Diese Regeln können sich ändern – prüf bei Bedarf das Feiertagsgesetz deines Landes (Stand 2026).
Gedenktage ohne Arbeitsfrei
Einige Tage sind wichtige Gedenktage, aber keine arbeitsfreien Feiertage:
- 27. Januar – Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (Befreiung von Auschwitz 1945)
- 8. Mai – Kriegsende 1945 (in Berlin war er 2020 und 2025 einmalig Feiertag)
- 23. Mai – Tag des Grundgesetzes
- 17. Juni – Gedenken an den Volksaufstand in der DDR 1953; bis 1990 Feiertag in der Bundesrepublik
- 20. Juli – Gedenken an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus
- 9. November – Pogromnacht 1938 und Mauerfall 1989
- Volkstrauertag (im November) – Gedenken an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft
Die Hintergründe findest du in Nationalsozialismus und Erinnerungskultur und DDR, Mauerfall und Wiedervereinigung.
Feste und Bräuche, die im Test vorkommen
- Advent: die vier Wochen vor Weihnachten, mit Adventskranz und Adventskalender.
- Weihnachten: Man schmückt einen Tannenbaum, beschenkt sich am Heiligabend.
- Ostern: Eier bemalen.
- Karneval / Fasching / Fastnacht: Am Rosenmontag tragen viele Menschen bunte Kostüme und Masken, besonders im Rheinland. Rosenmontag ist kein gesetzlicher Feiertag, in Karnevalshochburgen haben aber viele frei.
- Erntedank, Sankt Martin (Laternenumzüge am 11. November) und Nikolaus (6. Dezember) sind weitere verbreitete Bräuche.
Feiertage anderer Religionen
Muslimische, jüdische oder andere religiöse Feste sind keine gesetzlichen Feiertage. Viele Länder erlauben aber Schülerinnen und Schülern oder Beschäftigten, an hohen Feiertagen ihrer Religion vom Unterricht oder der Arbeit freigestellt zu werden, oft ohne Lohn oder gegen Urlaub. Mehr zum Verhältnis von Staat und Religion: Religionsfreiheit in Deutschland.
Feiertage und Arbeit
- Wer an einem Feiertag arbeiten muss (z. B. in Krankenhaus, Gastronomie, Verkehr), hat Anspruch auf einen Ersatzruhetag; Zuschläge regeln Verträge oder Tarifverträge.
- Fällt ein Feiertag auf ein Wochenende, gibt es in Deutschland keinen Ersatz-Feiertag am Montag.
- Entscheidend ist der Feiertag am Arbeitsort, nicht am Wohnort.
Deine Rechte im Job findest du in Arbeiten in Deutschland.
Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen
Der Sonntag und die Feiertage sind in Deutschland besonders geschützt: Laut Grundgesetz sind sie „als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ gesetzlich geschützt (Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 139 der Weimarer Reichsverfassung). Deshalb haben die meisten Geschäfte an diesen Tagen geschlossen. Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Tankstellen, Bäckereien mit kurzen Öffnungszeiten, Geschäfte in Bahnhöfen und Flughäfen sowie für einzelne verkaufsoffene Sonntage, die die Kommunen festlegen.
Auch Lärm ist an Sonn- und Feiertagen tabu: Rasenmähen oder Bohren solltest du dann vermeiden. Zusätzlich gibt es an stillen Feiertagen wie Karfreitag, Volkstrauertag oder Totensonntag Einschränkungen für Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen – wie streng, regelt jedes Land selbst.
Feiertage planen: ein Tipp
Viele Menschen nutzen Brückentage: Fällt ein Feiertag wie Christi Himmelfahrt auf einen Donnerstag, reicht ein Urlaubstag am Freitag für ein langes Wochenende. Wenn du einen Termin für den Einbürgerungstest planst, prüf vorher, ob der Tag in deinem Bundesland ein Feiertag ist – an Feiertagen sind Prüfstellen in der Regel geschlossen.
Häufige Fragen
Welcher ist der deutsche Nationalfeiertag?
Der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit. Er erinnert an den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik im Jahr 1990 und ist der einzige vom Bund festgelegte Feiertag.
Welches Bundesland hat die meisten Feiertage?
Bayern, vor allem in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung, wo auch Mariä Himmelfahrt gilt. In Augsburg kommt noch das Friedensfest hinzu.
Sind Heiligabend und Silvester Feiertage?
Nein. Beide sind normale Werktage, auch wenn viele Geschäfte früher schließen und viele Menschen frei nehmen.
Ist der Rosenmontag ein Feiertag?
Nein, er ist kein gesetzlicher Feiertag. In Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz geben viele Arbeitgeber aber frei.
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Informativer Artikel. Civio ist nicht mit staatlichen Stellen verbunden; prüfe die aktuellen Anforderungen immer beim BAMF (bamf.de) und deiner Einbürgerungsbehörde.