Einbürgerungstest: alles, was du wissen musst

Der Einbürgerungstest ist eine Multiple-Choice-Prüfung mit 33 Fragen, für die du 60 Minuten Zeit hast. Bestanden hast du mit mindestens 17 richtigen Antworten; die Gebühr beträgt 25 Euro. Mit dem Testergebnis weist du der Einbürgerungsbehörde nach, dass du die Rechts- und Gesellschaftsordnung und die Lebensverhältnisse in Deutschland kennst.

Wozu gibt es den Einbürgerungstest?

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 StAG musst du für die Einbürgerung „Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland" haben. Der Test ist der Regelnachweis dafür (§ 10 Abs. 5 StAG). Er prüft kein Spezialwissen, sondern Grundlagen: Wie funktioniert die Demokratie? Welche Grundrechte gibt es? Was ist zwischen 1933 und 1990 passiert? Wie ist das Zusammenleben organisiert?

Rechtlich geregelt ist der Test in der Einbürgerungstestverordnung. Durchgeführt wird er vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über zugelassene Prüfstellen, meistens Volkshochschulen und andere Kursträger.

Der Test in Zahlen

Für dich persönlich relevant sind 310 Fragen: die 300 allgemeinen und die 10 Fragen deines Bundeslands. Die Fragen im Test stammen alle aus diesem öffentlichen Katalog. Du kannst also jede einzelne Frage vorher kennen und üben.

Welche Themen kommen dran?

Der Katalog ist in drei große Bereiche gegliedert:

Dazu kommen die Landesfragen, zum Beispiel zur Landeshauptstadt, zum Landeswappen oder zum Landesparlament. Mehr dazu liest du im Artikel zu den Bundesland-Fragen. Einige Fragen enthalten Bilder, etwa von Wappen, Stimmzetteln oder Gebäuden.

Wer muss den Test machen?

Grundsätzlich alle, die sich nach § 10 StAG einbürgern lassen wollen und mindestens 16 Jahre alt sind. Ausnahmen gibt es vor allem für:

Genaueres steht im Artikel zur Befreiung vom Einbürgerungstest. Hast du statt des Einbürgerungstests den Test „Leben in Deutschland" im Integrationskurs gemacht, kann auch dieser gelten – wenn du mindestens 17 von 33 Punkten erreicht hast. Mit 15 oder 16 Punkten ist der LiD-Test zwar bestanden, für die Einbürgerung reicht das aber nicht.

So läuft es ab: von der Anmeldung bis zur Bescheinigung

  1. Prüfstelle finden: Deine Einbürgerungsbehörde nennt dir Prüfstellen in deiner Nähe, auf der BAMF-Seite zur Einbürgerung gibt es außerdem Listen nach Bundesland.
  2. Anmelden und bezahlen: Du meldest dich direkt bei der Prüfstelle an und zahlst die 25 Euro. Ablauf und Wartezeit unterscheiden sich je nach Ort – siehe Anmeldung zum Einbürgerungstest.
  3. Prüfungstag: Du bringst einen gültigen Lichtbildausweis mit und beantwortest die Fragen unter Aufsicht auf Papier. Wie der Tag konkret aussieht, beschreibt der Artikel Ablauf am Prüfungstag.
  4. Auswertung: Das BAMF wertet zentral aus. Das dauert meist einige Wochen.
  5. Bescheinigung: Du erhältst eine Bescheinigung über dein Ergebnis und reichst sie bei der Einbürgerungsbehörde ein.

Die Bescheinigung bleibt gültig, auch wenn du später umziehst und eine andere Behörde zuständig wird.

Wie schwer ist der Test?

Ehrlich gesagt: Mit Vorbereitung ist er gut machbar. Du brauchst nur gut die Hälfte der Fragen richtig, und alle Fragen sind vorher bekannt. Schwierig wird es eher sprachlich, denn die Fragen sind auf Deutsch und manche Formulierungen sind verschachtelt. Typische Stolperfallen sind ähnlich klingende Begriffe (Bundestag und Bundesrat), Jahreszahlen und Fragen, bei denen zwei Antworten plausibel wirken.

Die meisten scheitern nicht an der Schwierigkeit, sondern daran, dass sie zu kurz oder zu planlos lernen. Ein Plan über einige Wochen hilft, siehe den 4-Wochen-Lernplan.

Wie bereitest du dich am besten vor?

Das BAMF bietet ein kostenloses Online-Testcenter mit allen Fragen an. Eine App wie Civio enthält ebenfalls alle 460 offiziellen Fragen und einen Prüfungsmodus mit genau 33 Fragen (30 allgemeine plus 3 aus deinem Bundesland), dazu Wiederholung nach dem Spaced-Repetition-Prinzip. Weitere Strategien findest du in den Tipps zum Bestehen, und alle Fragen kannst du auch direkt in unserer Fragenübersicht durchgehen.

Und wenn es nicht klappt?

Du kannst den Test wiederholen. Eine Begrenzung der Versuche nennt das BAMF nicht, du zahlst aber jedes Mal wieder 25 Euro. Eine gesetzliche Wartezeit zwischen zwei Versuchen gibt es nicht; wie schnell du einen neuen Termin bekommst, hängt nur von den freien Plätzen bei den Prüfstellen ab.

Häufige Fragen

Wie viele Fragen muss ich beim Einbürgerungstest richtig beantworten?

Du musst mindestens 17 der 33 Fragen richtig beantworten. Ob die richtigen Antworten aus dem allgemeinen Teil oder den Landesfragen stammen, spielt keine Rolle.

Was kostet der Einbürgerungstest?

Die Gebühr beträgt 25 Euro pro Teilnahme (Stand 2026). Du zahlst sie an die Prüfstelle; bei einer Wiederholung fällt sie erneut an.

Kann ich den Test in einer anderen Sprache machen?

Nein, der Test findet auf Deutsch statt. Gerade deshalb lohnt es sich, beim Lernen auch auf die genauen Formulierungen der Fragen zu achten.

Wie lange ist die Bescheinigung gültig?

Die Einbürgerungstestverordnung nennt kein Ablaufdatum. Die Bescheinigung gilt auch nach einem Umzug bei der neuen Behörde weiter.

Bereite dich mit Civio auf den Einbürgerungstest vor: alle 460 offiziellen Fragen, Prüfungsmodus mit 33 Fragen inkl. deines Bundeslands und Spaced Repetition.

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Informativer Artikel. Civio ist nicht mit staatlichen Stellen verbunden; prüfe die aktuellen Anforderungen immer beim BAMF (bamf.de) und deiner Einbürgerungsbehörde.