Einbürgerungsantrag online: wo es möglich ist und wie es funktioniert

In vielen Städten und Landkreisen kannst du den Einbürgerungsantrag inzwischen online stellen – aber nicht überall. Ob deine Behörde den digitalen Antrag anbietet, hängt von deinem Wohnort ab, denn zuständig ist immer die Einbürgerungsbehörde vor Ort. Am schnellsten findest du das über das Bundesportal oder die Website deiner Stadt heraus.

Warum es keinen einheitlichen Online-Antrag gibt

Einbürgerung ist in Deutschland Sache der Länder und Kommunen. Das Staatsangehörigkeitsgesetz ist zwar ein Bundesgesetz, aber den Antrag bearbeitet die Einbürgerungsbehörde deines Wohnorts – je nach Bundesland die Stadt, der Landkreis oder eine Landesbehörde. Deshalb entscheidet jede Behörde selbst, ob und wann sie den Online-Antrag einführt.

Im Rahmen der Verwaltungsdigitalisierung nach dem Onlinezugangsgesetz haben Nordrhein-Westfalen und Bayern einen digitalen Einbürgerungsantrag entwickelt, den andere Länder und Kommunen übernehmen können. Erste Behörden haben ihn seit 2021 im Einsatz. Seitdem kommen schrittweise weitere Städte und Kreise dazu, das Angebot ist aber bundesweit noch lückenhaft (Stand 2026).

So findest du heraus, ob deine Behörde online annimmt

  1. Bundesportal nutzen: Im Leistungsverzeichnis des Bundesportals findest du die Leistung „Einbürgerung für Ausländerinnen und Ausländer mit Einbürgerungsanspruch beantragen". Wenn du deinen Wohnort eingibst, siehst du die zuständige Stelle und, falls vorhanden, den Link zum Online-Antrag.
  2. Website deiner Stadt oder deines Landkreises: Such dort nach „Einbürgerung". Viele Behörden verlinken direkt auf ihr Online-Formular.
  3. Landesportale: Einige Länder bündeln ihre Verwaltungsleistungen in eigenen Portalen, etwa das BayernPortal in Bayern.
  4. Nachfragen: Wenn du online nichts findest, ruf an oder schreib eine E-Mail. Manchmal ist der Online-Antrag in Planung, und du erfährst, ob sich Warten lohnt.

Wie der Online-Antrag typischerweise funktioniert

Der genaue Ablauf unterscheidet sich je nach Behörde und Portal. Häufig sieht er so aus:

1. Anmeldung mit einem Nutzerkonto

Du meldest dich mit einem digitalen Nutzerkonto an, häufig der BundID oder einem Landeskonto. Für eine sichere Anmeldung brauchst du oft die Online-Ausweisfunktion deines elektronischen Aufenthaltstitels oder eines anderen Ausweises, alternativ ist manchmal eine Anmeldung mit Benutzername und Passwort möglich.

2. Vorprüfung

Einige Dienste starten mit einem kurzen Quick-Check: Wie lange lebst du schon in Deutschland, welchen Aufenthaltstitel hast du, hast du einen Sprachnachweis? So erfährst du schon vor dem eigentlichen Antrag, ob die wichtigsten Voraussetzungen grundsätzlich vorliegen. Eine verbindliche Entscheidung ist das aber nicht.

3. Formular ausfüllen

Du gibst deine persönlichen Daten, deine Aufenthaltsgeschichte, Familienangehörige, Ausbildung, Beruf, Einkommen und eventuelle Strafverfahren ein. Plane dafür Zeit ein und halte deine Unterlagen bereit. Viele Formulare lassen sich zwischenspeichern.

4. Dokumente hochladen

Du lädst Scans oder Fotos deiner Unterlagen hoch: Pass, Aufenthaltstitel, Urkunden, Sprachzertifikat, Testbescheinigung, Einkommensnachweise. Achte auf gute Lesbarkeit und die erlaubten Dateiformate. Welche Dokumente du brauchst, zeigt die Checkliste Unterlagen.

5. Gebühr bezahlen

Bei manchen Diensten bezahlst du die Gebühr direkt online, bei anderen bekommst du später einen Gebührenbescheid. Die Einbürgerungsgebühr beträgt 255 Euro für Erwachsene, 51 Euro für miteingebürgerte Kinder ohne eigenes Einkommen. Mehr unter Einbürgerung Kosten.

6. Absenden und Bestätigung

Nach dem Absenden erhältst du eine Eingangsbestätigung, oft mit Aktenzeichen. Bewahre sie gut auf.

Was online nicht ersetzt wird

Auch beim Online-Antrag wirst du die Behörde meistens noch persönlich sehen:

Vorteile und Grenzen

Vorteile:

Grenzen:

Gut vorbereitet in den Online-Antrag

Bevor du startest, solltest du:

  1. alle Dokumente als gut lesbare PDF-Dateien oder Fotos bereitlegen,
  2. die Online-Ausweisfunktion und die zugehörige PIN parat haben,
  3. den Einbürgerungstest schon bestanden oder zumindest einen Termin haben – zur Vorbereitung eignen sich der offizielle Katalog, unsere Übungsfragen oder eine App wie Civio,
  4. deine Wohnadressen und Arbeitgeber der letzten Jahre mit Datum notieren,
  5. die Voraussetzungen noch einmal durchgehen.

Häufige technische Stolpersteine

Wenn du nicht weiterkommst, hilft oft die Hotline des Portals oder die Behörde selbst.

Häufige Fragen

Kann ich den Einbürgerungsantrag überall online stellen?

Nein, das hängt von deiner Einbürgerungsbehörde ab. Ob es bei dir möglich ist, siehst du im Bundesportal nach Eingabe deines Wohnorts oder auf der Website deiner Stadt oder deines Landkreises.

Wird mein Antrag schneller bearbeitet, wenn ich ihn online stelle?

Nicht unbedingt. Der Online-Antrag spart vor allem Zeit bis zur Antragstellung, die Bearbeitungsdauer hängt aber von der Auslastung der Behörde ab.

Brauche ich für den Online-Antrag einen Online-Ausweis?

Häufig ja, viele Dienste nutzen die BundID oder ein Landeskonto mit Online-Ausweisfunktion. Welche Anmeldewege möglich sind, zeigt dir das jeweilige Portal.

Muss ich trotzdem zur Behörde gehen?

In der Regel ja, mindestens zur Vorlage von Originalen oder zur Aushändigung der Einbürgerungsurkunde. Wie oft, hängt von der Behörde ab.

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Informativer Artikel. Civio ist nicht mit staatlichen Stellen verbunden; prüfe die aktuellen Anforderungen immer beim BAMF (bamf.de) und deiner Einbürgerungsbehörde.