Einbürgerungstest nicht bestanden: Was jetzt?

Wenn du beim Einbürgerungstest weniger als 17 von 33 Fragen richtig hattest, kannst du ihn einfach wiederholen. Eine gesetzliche Wartezeit oder eine Begrenzung der Versuche gibt es nicht, du zahlst aber jedes Mal 25 Euro. Ein laufender Einbürgerungsantrag ist dadurch nicht automatisch verloren – du musst den Nachweis nur noch erbringen.

Erst einmal: Das ist kein Drama

Ein nicht bestandener Test ist ärgerlich, aber er hat keine dauerhaften Folgen. Ein Fehlversuch wird dir bei der Einbürgerung nicht negativ angerechnet. Für die Einbürgerung zählt nur, dass du irgendwann eine Bescheinigung über einen bestandenen Test vorlegst. Ob das beim ersten oder dritten Versuch war, spielt keine Rolle.

Das BAMF schreibt auf seiner Einbürgerungsseite schlicht: Wer weniger als 17 Fragen richtig beantwortet hat, kann den Test wiederholen. Auch die Einbürgerungstestverordnung enthält keine Regel, die Wiederholungen einschränkt.

Was bedeutet das für deinen Einbürgerungsantrag?

Das hängt davon ab, wo du im Verfahren stehst:

Wenn du einen Nachweis über längere Zeit nicht erbringst, kann eine Behörde einen Antrag ablehnen. Auch bei einer Ablehnung oder Rücknahme kann nach § 38 StAG eine Gebühr anfallen, wenn die Behörde schon mit der Bearbeitung begonnen hat. Sprich also lieber offen mit der Behörde, als einfach abzuwarten.

Schritt 1: Analysiere, woran es lag

Die Bescheinigung zeigt dir nur deine Gesamtpunktzahl, nicht, welche Fragen falsch waren. Versuche trotzdem, ehrlich zu rekonstruieren, was schiefgegangen ist:

Schritt 2: Plane die Wiederholung

Wie viel Zeit brauchst du?

Als grobe Orientierung, abhängig von deiner Punktzahl:

Neuen Termin buchen

Melde dich wie beim ersten Mal bei einer Prüfstelle an. Da Termine in vielen Städten knapp sind, kannst du den neuen Termin schon buchen, während du lernst. Tipps zur Suche stehen unter Anmeldung zum Einbürgerungstest. Die Gebühr beträgt wieder 25 Euro, siehe Einbürgerungstest Kosten.

Schritt 3: Lerne anders als beim ersten Mal

Wer nach einem Fehlversuch genau so weiterlernt wie vorher, landet oft beim selben Ergebnis. Ändere deine Methode:

  1. Alles zurück auf Anfang: Geh alle 300 allgemeinen Fragen und deine 10 Landesfragen noch einmal durch und sortiere sie in „sicher", „unsicher" und „falsch".
  2. Fehlerliste: Lerne die Fragen aus „unsicher" und „falsch" so lange, bis sie mehrmals hintereinander sitzen.
  3. Wiederholung in Abständen: Wiederhole sichere Fragen alle paar Tage kurz, damit sie nicht wieder verschwinden. Eine App wie Civio übernimmt das automatisch mit Spaced Repetition.
  4. Prüfungssimulation: Mach in den letzten zwei Wochen mehrere Probetests mit 33 Fragen und Stoppuhr. Geh erst wieder zur Prüfung, wenn du regelmäßig deutlich über 17 liegst, idealerweise bei 25 oder mehr.
  5. Sprachliche Fallen trainieren: Markiere bei jeder Frage die Signalwörter wie „nicht", „kein" oder „nur".

Einen konkreten Ablauf über vier Wochen findest du im Lernplan, typische Problemfragen im Artikel zu den schwierigen Fragen.

Alternativen prüfen

Bevor du den Test wiederholst, lohnt sich manchmal ein Blick auf andere Wege:

Ein Beispiel aus der Praxis

Angenommen, du hattest 15 Punkte. Beim Nachdenken fällt dir auf, dass du die Landesfragen nie gelernt hast und bei mehreren Fragen das Wort „nicht" überlesen hast. Dann ist der Plan klar: an einem Abend die zehn Landesfragen lernen, zwei Wochen lang täglich die allgemeinen Fragen mit Fokus auf Signalwörter wiederholen und in der dritten Woche drei Probetests machen. Mit diesen kleinen Änderungen liegt der zweite Versuch oft deutlich über der Grenze.

Häufige Fragen

Wie oft darf ich den Einbürgerungstest wiederholen?

Das BAMF nennt keine Begrenzung. Du kannst den Test so oft wiederholen, wie du möchtest, zahlst aber jedes Mal 25 Euro.

Muss ich nach einem Fehlversuch eine Wartezeit einhalten?

Eine gesetzliche Wartezeit gibt es nicht. Du kannst dich sofort für einen neuen Termin anmelden; wie schnell es klappt, hängt nur von den freien Plätzen bei den Prüfstellen ab.

Wird mein Einbürgerungsantrag abgelehnt, wenn ich den Test nicht bestehe?

Nicht automatisch. Die Behörde braucht den Nachweis aber, bevor sie entscheiden kann; informiere sie deshalb und halte gesetzte Fristen ein.

Sieht die Behörde, dass ich schon einmal durchgefallen bin?

Für die Einbürgerung zählt nur die Bescheinigung über den bestandenen Test. Ein früherer Fehlversuch wirkt sich auf die Entscheidung nicht aus.

Bereite dich mit Civio auf den Einbürgerungstest vor: alle 460 offiziellen Fragen, Prüfungsmodus mit 33 Fragen inkl. deines Bundeslands und Spaced Repetition.

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Informativer Artikel. Civio ist nicht mit staatlichen Stellen verbunden; prüfe die aktuellen Anforderungen immer beim BAMF (bamf.de) und deiner Einbürgerungsbehörde.