Einbürgerungstest nicht bestanden: Was jetzt?
Aktualisiert: 30. Oktober 2026
Wenn du beim Einbürgerungstest weniger als 17 von 33 Fragen richtig hattest, kannst du ihn einfach wiederholen. Eine gesetzliche Wartezeit oder eine Begrenzung der Versuche gibt es nicht, du zahlst aber jedes Mal 25 Euro. Ein laufender Einbürgerungsantrag ist dadurch nicht automatisch verloren – du musst den Nachweis nur noch erbringen.
Erst einmal: Das ist kein Drama
Ein nicht bestandener Test ist ärgerlich, aber er hat keine dauerhaften Folgen. Ein Fehlversuch wird dir bei der Einbürgerung nicht negativ angerechnet. Für die Einbürgerung zählt nur, dass du irgendwann eine Bescheinigung über einen bestandenen Test vorlegst. Ob das beim ersten oder dritten Versuch war, spielt keine Rolle.
Das BAMF schreibt auf seiner Einbürgerungsseite schlicht: Wer weniger als 17 Fragen richtig beantwortet hat, kann den Test wiederholen. Auch die Einbürgerungstestverordnung enthält keine Regel, die Wiederholungen einschränkt.
Was bedeutet das für deinen Einbürgerungsantrag?
Das hängt davon ab, wo du im Verfahren stehst:
- Antrag noch nicht gestellt: Kein Problem. Wiederhole den Test und reiche die Bescheinigung mit dem Antrag ein.
- Antrag schon gestellt: Informiere am besten deine Sachbearbeiterin oder deinen Sachbearbeiter, dass du den Test wiederholst, und nenne, wenn möglich, den neuen Termin. Die Behörde kann über den Antrag erst entscheiden, wenn alle Voraussetzungen nachgewiesen sind. Setzt sie dir eine Frist für den Nachweis, solltest du die unbedingt im Blick behalten.
Wenn du einen Nachweis über längere Zeit nicht erbringst, kann eine Behörde einen Antrag ablehnen. Auch bei einer Ablehnung oder Rücknahme kann nach § 38 StAG eine Gebühr anfallen, wenn die Behörde schon mit der Bearbeitung begonnen hat. Sprich also lieber offen mit der Behörde, als einfach abzuwarten.
Schritt 1: Analysiere, woran es lag
Die Bescheinigung zeigt dir nur deine Gesamtpunktzahl, nicht, welche Fragen falsch waren. Versuche trotzdem, ehrlich zu rekonstruieren, was schiefgegangen ist:
- Wissen: Gab es viele Fragen, die du noch nie gesehen hattest? Dann hast du zu wenig vom Katalog gelernt.
- Sprache: Hast du Fragen gekannt, aber nicht verstanden, was gefragt war? Dann liegt das Problem eher beim Leseverständnis.
- Verwechslungen: Waren dir die Themen bekannt, aber die Antworten zu ähnlich? Dann brauchst du mehr Verständnis statt Auswendiglernen.
- Prüfungssituation: Warst du so nervös, dass dir sichere Antworten nicht eingefallen sind? Dann fehlt Übung unter echten Bedingungen.
- Landesfragen: Hast du die zehn Fragen deines Bundeslands gelernt? Viele vergessen sie.
Schritt 2: Plane die Wiederholung
Wie viel Zeit brauchst du?
Als grobe Orientierung, abhängig von deiner Punktzahl:
- 14 bis 16 Punkte: Zwei bis drei Wochen gezieltes Wiederholen reichen oft.
- 10 bis 13 Punkte: Rechne mit vier bis sechs Wochen und arbeite den Katalog noch einmal vollständig durch.
- Unter 10 Punkte: Nimm dir mehr Zeit und arbeite parallel an deinem Deutsch. Ein Vorbereitungskurs kann hier sinnvoll sein.
Neuen Termin buchen
Melde dich wie beim ersten Mal bei einer Prüfstelle an. Da Termine in vielen Städten knapp sind, kannst du den neuen Termin schon buchen, während du lernst. Tipps zur Suche stehen unter Anmeldung zum Einbürgerungstest. Die Gebühr beträgt wieder 25 Euro, siehe Einbürgerungstest Kosten.
Schritt 3: Lerne anders als beim ersten Mal
Wer nach einem Fehlversuch genau so weiterlernt wie vorher, landet oft beim selben Ergebnis. Ändere deine Methode:
- Alles zurück auf Anfang: Geh alle 300 allgemeinen Fragen und deine 10 Landesfragen noch einmal durch und sortiere sie in „sicher", „unsicher" und „falsch".
- Fehlerliste: Lerne die Fragen aus „unsicher" und „falsch" so lange, bis sie mehrmals hintereinander sitzen.
- Wiederholung in Abständen: Wiederhole sichere Fragen alle paar Tage kurz, damit sie nicht wieder verschwinden. Eine App wie Civio übernimmt das automatisch mit Spaced Repetition.
- Prüfungssimulation: Mach in den letzten zwei Wochen mehrere Probetests mit 33 Fragen und Stoppuhr. Geh erst wieder zur Prüfung, wenn du regelmäßig deutlich über 17 liegst, idealerweise bei 25 oder mehr.
- Sprachliche Fallen trainieren: Markiere bei jeder Frage die Signalwörter wie „nicht", „kein" oder „nur".
Einen konkreten Ablauf über vier Wochen findest du im Lernplan, typische Problemfragen im Artikel zu den schwierigen Fragen.
Alternativen prüfen
Bevor du den Test wiederholst, lohnt sich manchmal ein Blick auf andere Wege:
- Befreiung: Hast du einen deutschen Schulabschluss oder gesundheitliche Einschränkungen, die das Lernen oder die Prüfung erheblich erschweren? Dann musst du den Test möglicherweise gar nicht machen. Mehr dazu unter Befreiung vom Einbürgerungstest.
- Test „Leben in Deutschland": Wenn du gerade einen Integrationskurs besuchst, kannst du mit mindestens 17 Punkten im Abschlusstest „Leben in Deutschland" denselben Nachweis erbringen. Siehe Leben in Deutschland vs. Einbürgerungstest.
- Einbürgerungskurs: Manche Volkshochschulen und Länder bieten Kurse zur Vorbereitung an. Die Teilnahme ist freiwillig, kann aber helfen, wenn du allein nicht vorankommst.
Ein Beispiel aus der Praxis
Angenommen, du hattest 15 Punkte. Beim Nachdenken fällt dir auf, dass du die Landesfragen nie gelernt hast und bei mehreren Fragen das Wort „nicht" überlesen hast. Dann ist der Plan klar: an einem Abend die zehn Landesfragen lernen, zwei Wochen lang täglich die allgemeinen Fragen mit Fokus auf Signalwörter wiederholen und in der dritten Woche drei Probetests machen. Mit diesen kleinen Änderungen liegt der zweite Versuch oft deutlich über der Grenze.
Häufige Fragen
Wie oft darf ich den Einbürgerungstest wiederholen?
Das BAMF nennt keine Begrenzung. Du kannst den Test so oft wiederholen, wie du möchtest, zahlst aber jedes Mal 25 Euro.
Muss ich nach einem Fehlversuch eine Wartezeit einhalten?
Eine gesetzliche Wartezeit gibt es nicht. Du kannst dich sofort für einen neuen Termin anmelden; wie schnell es klappt, hängt nur von den freien Plätzen bei den Prüfstellen ab.
Wird mein Einbürgerungsantrag abgelehnt, wenn ich den Test nicht bestehe?
Nicht automatisch. Die Behörde braucht den Nachweis aber, bevor sie entscheiden kann; informiere sie deshalb und halte gesetzte Fristen ein.
Sieht die Behörde, dass ich schon einmal durchgefallen bin?
Für die Einbürgerung zählt nur die Bescheinigung über den bestandenen Test. Ein früherer Fehlversuch wirkt sich auf die Entscheidung nicht aus.
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Informativer Artikel. Civio ist nicht mit staatlichen Stellen verbunden; prüfe die aktuellen Anforderungen immer beim BAMF (bamf.de) und deiner Einbürgerungsbehörde.